Helsa/Kreis Kassel. Ein Fachwerkhaus reiht sich an das andere im Ortskern von Helsa. Doch nicht alle sind in einem so guten Zustand wie das von Jürgen Hennemuth an der Friedrichsbrücker Straße 4.

Der 47-jährige Helsaer renovierte das Haus, indem bereits seine Großeltern lebten, mithilfe eines Förderprogramms zur Dorf- und Regionalentwicklung. Geldgeber war das Land Hessen.

„Ohne die Fördermittel wäre es mit Sicherheit schwer geworden“, berichtet Hennemuth. Er hat das Dach und die Fassade erneuern lassen. „Den alten Putz haben wir selbst herausgeklopft und frischen wieder eingefügt, die weiteren Aufgaben wurden von Firmen übernommen.“ Rund drei Wochen lang hat er in seiner Freizeit an der Fassade gearbeitet. Das Dach und die Fassade kosteten 68 000 Euro, durch die Förderung erhielt er 17 000 Euro.

Das Fachwerkhaus ist schon lange im Familienbesitz. Die Familie ist in der Region verwurzelt. Ein Umzug nach Kassel kam für Hennemuth also nicht in Frage. „Meine Frau und ich hatten mal überlegt, uns ein Haus zu kaufen“, erzählt der 47-Jährige, „aber hier wusste ich, was für ein Elend auf mich zukommt und was bereits gemacht worden ist.“

Und gemacht wurde schon einiges im Gebäude. „Mein Vater hat als gelernter Maurer bereits viel umgebaut.“ So bekam die Treppe einen neuen Standort, das obere Stockwerk wurde gemauert und es wurden Betondecken eingezogen. „Innen ist es eigentlich kein Fachwerkhaus mehr“, verrät der Helsaer. „Das Haus wurde einmal auf dem Kopf gestellt. Nichts ist mehr so, wie es war.“
Mit dem Umbau erfuhr Hennemuth auch einiges Neues über sein Eigenheim. „Es muss einmal im Haus gebrannt haben, vermutlich im Ersten Weltkrieg.“ Der Dachdecker hat beim Umbau noch einen verkohlten Balken gefunden. Auch wurde festgestellt, dass das Gebäude aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt. Jürgen Hennemuth selbst plant nun noch im Dachgeschoss den weiteren Ausbau. Auch dafür hofft er wieder auf Fördermittel.

Von dem Programm erfahren hat er durch Mundpropaganda: „Wenn man samstagabends mit den Nachbarn ein Bier trinkt, dann wird erzählt, wie andere das gemacht haben.“ Helsa ist, wie die Gemeinden Nieste und Breuna und die Städte Liebenau und Trendelburg, im Förderprogramm zur Dorfentwicklung. Das Land Hessen fördert für private Hausbesitzer und kleine Unternehmen Baumaßnahmen. „Es können beispielsweise für Dach- oder Fassadensanierungen und Fenster- und Haustürerneuerungen Förderanträge gestellt werden“, informiert Dirk Hofmann. Er ist der Leiter des Fachgebietes Dorf- und Regionalentwicklung beim Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises Kassel in Hofgeismar.

Die Förderquote für private Bauvorhaben beläuft sich auf 35 Prozent. Der Höchstzuschuss beträgt 35 000 Euro, für Kulturdenkmale sogar 45 000. Das Programm in Helsa läuft noch bis September 2020. Wer die Förderung in Anspruch nehmen möchte, muss spätestens bis September 2019 einen Antrag stellen.

HNA Online

Dorfentwicklungsprogramm unterstützte Jürgen Hennemuth bei der Sanierung seines Gebäudes im Ortskern von Helsa
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