Helsa. Die Gemeindevertreter sind sich einig, dass das Geld für die Vereinsförderung ungleichmäßig verteilt ist. Nicht einig sind sie sich aber, wie man das Thema angehen kann.

In ihrer Sitzung am Donnerstagabend war dies das herrschende Thema. Grundlage für die Diskussion war ein Antrag von Frank Williges (CDU), in dem er den Gemeindevorstand aufforderte, einen Auftrag aus dem Jahr 2015 auszuführen.

Darin hieß es, dass sich der Gemeindevorstand überlegen soll, wie man das Geld für die Vereinsförderung sinnvoller und gerechter verteilen könnte. Der Gemeinde stehen dafür insgesamt 45 000 Euro zur Verfügung. Jeder der über 70 Vereine bekommt etwas davon ab – manche Vereine 25 Euro, andere über 7000.

Dringender Reformbedarf ausgemacht

„Es herrscht dringender Reformbedarf“, sagte Williges. „Und eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass der Gemeindevorstand seine Aufträge ausführt. Das ist nicht passiert, obwohl es seine ordinäre Aufgabe ist.“ Er verlange zumindest, dass die Fraktionen informiert würden, wenn sich der Gemeindevorstand nicht in der Lage sieht, den Auftrag auszuführen.

Die SPD unterstützte indes Bürgermeister Tilo Küthe, der sich nach eigener Aussage um das Thema gekümmert, aber keine bessere Lösung gefunden hat. „Das Ergebnis liegt vor, daran wird sich auch erstmal nichts ändern“, sagt Dirk Schröder (SPD). „Wir schlagen deshalb vor, eine Arbeitsgruppe zu bilden, der jeweils zwei Vertreter aus den Fraktionen, der Bürgermeister und Vertreter der Dachverbände der Vereine angehören.“ So solle eine Lösung erarbeitet werden. In den Reihen der Fraktion wurde außerdem Kritik laut, dass im Gemeindevorstand alle Fraktionen vertreten seien und man deshalb nicht nur den Bürgermeister in die Verantwortung nehmen könne.

Anträge richtig bearbeiten

Die GLH-Fraktion sah die Sache dagegen ähnlich wie die CDU. „Das reiht sich ein in andere verschleppte oder nur halbherzig bearbeitete Anträge der Gemeindevertretung“, sagte Rainer Dallmann. „Man verlangt hier auch nichts Übermenschliches, aber wir erwarten wenigstens eine Rückmeldung, was aus den Anträgen geworden ist.“ Einfach nichts zu tun, könne man als Arbeitsverweigerung werten.

Auch Frank Williges war nicht zufrieden mit dem Vorschlag der SPD: „Weil ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis“, sagte er. „Das scheint hier Schule zu machen.“

Keine bessere Lösung gefunden

Bürgermeister Tilo Küthe entgegnete der Kritik, indem er erklärte, dass sich der Gemeindevorstand mehrfach mit dem Thema Vereinsförderung befasst, aber bisher keine bessere Lösung gefunden habe. „Ich sehe mich nicht in der Lage, einen Entwurf vorzulegen“, sagte er.

Der Antrag der CDU über die Neuordnung der Vereinsförderung wurde mit zwölf Gegenstimmen abgelehnt. Der Antrag der SPD, einen Arbeitskreis zu gründen, wurde mit zwölf Stimmen dafür, zwei dagegen und acht Enthaltungen angenommen.

HNA Online

Streit um Geld für die Vereinsförderung in Helsa: Neues Konzept nötig?
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