Vorsitzender will sich zurückziehen, findet aber keinen Nachfolger

Helsa. Zwölf Jahre Schriftführer, fast 20 Jahre Erster Vorsitzender: Holger Wittich hat über 30 Jahre die Geschicke der TSG Eschenstruth mitgestaltet. Jetzt will er kürzertreten, sich um seine gesundheitliche angeschlagene Frau und sein Haus kümmern. Das Problem: Sein Posten als Vorsitzender muss ersetzt werden – doch niemand findet sich.

„Ich kann das auf der einen Seite nachvollziehen“, sagt Wittich. „Die Arbeitswelt ist anders geworden, man muss mobiler sein und den geregelten Feierabend gibt es meist auch nicht mehr.“ Trotzdem fordere er nun die Solidarität von Anderen, die er in all den Jahren auch dem Verein gegenüber aufgebracht hat.

Die Aufgabenstellung eines Vorsitzenden beschreibt er als überschaubar. „Das ist so, weil sich die einzelnen Abteilungen zum großen Teil selbst organisieren, verwalten und eine eigene Kassenführung haben.“ Als Vereinschef sei man juristisch verantwortlich, Repräsentant nach außen und koordiniere viel. „Ich kümmere mich zum Beispiel um die Belegungszeiten der Sporthalle.“

Wenn kein Erster Vorsitzender gefunden wird, sieht es schlecht aus für die TSG Eschenstruth. Das kann schlimmstenfalls bis zur Auflösung gehen. Wittich will den Verein „zwar nicht im Stich lassen“, möchte aber, dass die Sache dieses Jahr noch geklärt wird. Der 72-Jährige hatte nämlich bereits vor zwei Jahren jemanden zu seinem Stellvertreter gemacht, von dem er glaubte, derjenige sei der Richtige für den Job an der Vereinsspitze. „Wir hatten damit eigentlich eine sehr gute Lösung gefunden. Doch derjenige wollte dann doch nicht mehr.“

Um ganz für seine kranke Frau da sein zu können, hatte Wittich sich dieses Jahr nicht mehr zum Ersten Vorsitzenden wählen lassen und übt das Amt seitdem kommissarisch aus. Doch eigentlich will er das nicht. „Es gibt eben gerade keinen, der es machen will“, begründet er sein Engagement. Seine Vereinsarbeit habe er deshalb auch reduziert.

Fest stehe, dass jemand gefunden werden müsse, weil sich die einzelnen Abteilungen im Falle einer Auflösung der TSG nicht selbst wirtschaftlich über Wasser halten könnten. „Der Verein lebt von seinen passiven Mitgliedern, die insgesamt alle Abteilungen finanziell stärken.“ Der Chor habe beispielsweise nur 36 aktive Mitglieder und müsse dazu einen Chorleiter bezahlen. „Selbst die Abteilung Fußball hätte Probleme, alleine zu bestehen“, sagt Wittich.

Dem Verein gehören 513 Mitglieder an. Die TSG Eschenstruth ist einer der ältesten Sportvereine in der Region.

HNA Online

TSG Eschenstruth sucht dringend Vereinschef
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