725 Jahre Wickenrode: Laienspielgruppe Helsa führt ein Theaterstück aus der Geschichte des Ortes auf

HELSA. Bunte Gewänder, falsche Bärte und Perücken – ist denn schon wieder Karneval? Noch nicht, aber die Laienspielgruppe aus Helsa braucht jede Menge Utensilien, um sich auf ihren großen Auftritt vorzubereiten.

Noch probt der Männergesangverein MGV 1842, verstärkt durch singende Frauen, im Saal des Gasthauses „Zum Golden Adler“ in Wickenrode. Auch sie sind ein Teil des Stückes, aber die 25 Laiendarsteller, alle aus Wickenrode und Helsa, packen schon mal ihre Taschen und Tüten aus. Zum Vorschein kommen die Kostüme, in denen sie gleich in eine andere Welt eintauchen. Alle sind konzentriert, nehmen ihre Rolle sehr ernst und warten auf die Anweisungen von Frank Müller, der die Fäden in der Hand hält.

Zeitreise in Wickenrode: „Landgraf“ Dirk Schröder (links) hat nur seine eigenen Interessen im Sinn, die er dem „Bürgermeister“ Gilda Schröder mitteilt. 

Dabei ist er nicht zimperlich. Seine Kommandos kommen präzise und bestimmt: „Du kommst von der falschen Seite und musst Dich dem Publikum zuwenden“, fordert er, und der Angesprochene geht zurück zum Ausgangspunkt und spricht seinen Text noch einmal.

Textsicher sind noch nicht alle. Damit es keine Verzögerungen gibt, liest Erika Bartram den Text mit und ist, wie in einem richtigen Theater, als Souffleuse eingeteilt. Immer wieder klatschen Darsteller, die „nur“ zuschauen, wenn eine Passage textsicher, ohne Fehler und schauspielerisch überzeugend zu Ende gespielt wurde. Oft sind es nur kleine Auftritte, aber die Rolle des Bergmeisters, gespielt von Werner Schröder, umfasst einige Seiten Text, den er fast perfekt beherrscht.

Vorsagen erlaubt: Erika Bartram hilft bei kleinen Texthängern gerne aus.

Probe einmal pro Woche

Seit vier Monaten treffen sich die Laienspieler einmal in der Woche zur Probe. Frank Bartram, Vorsitzender der Laienspielgruppe Helsa, freut sich über die gute Resonanz: „Wir haben über die Vereine und Verbände einen Aufruf gestartet. Jeder, der Interesse hat, konnte sich melden und die Begeisterung war riesig“.

Die Laiendarsteller im Alter von sieben bis 81 Jahren führen ein Stück aus der Zeit der Glasmacherei im 13. Jahrhundert auf und erzählt von dem Leid der Menschen in Wickenrode, als Bergwerke geschlossen wurden und Hütten dem Feuer zum Opfer fielen. Der Geschichtsverein Helsa hat das Theaterstück in alten Archiven gefunden, dass 1934 zum ersten Mal in Wickenrode aufgeführt wurde.

Bei der Probe: Die Darsteller Werner Schröder, Ruth Klenner und Engelhard Noll (von links) freuen sich über das neue Glaswerk.

Die Wiederaufführung findet im Rahmen der Festwoche am Freitag, 17. August, im Festzelt oberhalb des Sportplatzes statt. Mit dabei sind der MGV 1842 und der Mandolinen und Gitarrenverein, beide aus Wickenrode. Beginn ist um 16 Uhr.

Der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne entgegengenommen.

HNA
Fotos: Lutz Herzog

Mit Bart und Perücke
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