Sechs Jahre Großbaustelle auf der B7. So sieht die Prognose der Straßenbaubehörde Hessen Mobil aus, wenn ab 2024 mit dem Bau des A44-Tunnels Helsa begonnen wird.

Zur nunmehr zweiten Info-Veranstaltung zum geplanten Neubau der A44 im Bauabschnitt zwischen Helsa und Kassel-Ost hatte Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) Christina Röntgen und Lars Kistner von Hessen Mobil ins Rathaus eingeladen. Rund 70 interessierte Bürger waren gekommen.

„Aber es wird funktionieren, wenn auch nicht toll“, nahm Kistner, Fachbereichsleiter für die technische Planung der A44, kein Blatt vor den Mund. Schon vor Beginn der Tunnelbauarbeiten müsse die B7 (die nach Fertigstellung des elf Kilometer langen A44-Abschnitts Helsa-Kassel als Umleitungsstrecke erhalten bleibt) von drei Fahrstreifen auf zwei reduziert werden. Grund: „Wir benötigen Platz auf der Straße für die Tunnelbaustelle“, so Kistner.

Im Wesentlichen würde die Logistikfläche für die Tunnelbaustelle im geplanten A44-Trassenbereich sowie auf den Flächen der Geländemodellierung am Westportal des Tunnels (Mariengrund, Hinter der Mühle) eingerichtet werden. „Wir haben nur sehr wenig Platz“, erklärte Kistner. Weder solle, um mehr Platz zu gewinnen, die B7 verschoben, noch der Stiftswald im Hangbereich angegriffen werden. „Die Folge: Der gesamte normale Verkehr wie auch der Baustellenverkehr wird sich auf die dann nur noch zweistreifige B7 konzentrieren – sechs Jahre lang“.

Starkes Lkw-Aufkommen

Hinzu kommt: „Bis zum Baustart im Jahr 2024 werden voraussichtlich alle übrigen derzeit noch im Bau befindlichen A44-Abschnitte östlich von Helsa bis zum Autobahndreieck Wommen mit Anschluss an die A4 fertiggestellt sein“, erklärte Christina Röntgen, Regionalbevollmächtigte für Nordhessen. Das bedeutet: Sind all diese Bauabschnitte fertig, wird auch der gesamte von Osten kommende Autobahnverkehr ab der Anschlussstelle Helsa-Ost auf die B7 Richtung Kassel gelenkt werden – mitsamt aller Lkw.

„Dann werden Staus an der Tagesordnung sein“, lautete eine Zwischenbemerkung aus dem Publikum. Und: „Auch wird jede Menge Schleichverkehr auf der Kreisstraße 7 zwischen Helsa, Kaufungen und Kassel zu erwarten sein“.

Noch Lkw-Verbot auf B7

Tatsächlich werde die K7 erst nach Freigabe der kompletten A44 zu einem Wirtschaftsweg zurückgebaut, erläuterte Kistner. So lange dürfe natürlich jeder Verkehrsteilnehmer auch die K7 normal nutzen. „Was allerdings ordnungsbehördlich für Einschränkungen zum Beispiel für Lkw ausgesprochen werden können, obliegt den zuständigen Behörden, nicht aber Hessen Mobil“.

Gleiches gelte für die B7, für die seit 2005 ein Lkw-Fahrverbot gilt. Es sei klar, dass dieses Lkw-Verbot keinen Sinn mehr mache, wenn dann ab 2024 jede Menge Lkw von Osten über die A44 herangerollt kämen. Mit Verbot müssten ab Helsa-Ost alle Lkw dann die K7 nutzen, „was natürlich nicht funktionieren kann“, ergänzte Bürgermeister Küthe. Insofern müsse auch hier – in diesem Falle das Regierungspräsidium Kassel – eine Neuregelung finden. „Entweder wird das Lkw-Verbot auf der B7 aufgehoben, oder der Lkw-Verkehr wird schon vorher von der A44 auf eine Alternativroute abgeleitet – zum Beispiel auf die B27 bei Wehretal“, sagte Kistner.

HNA Online

Sechs Jahre lang Baustelle: Idylle bei Helsa muss für A44-Tunnel weichen
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