Seit der Flut im Kreis Kassel im Mai steht wieder die Frage nach ausreichendem Schutz im Raum. Wie wird er in Zukunft aussehen?

Schon lange nicht mehr hatten die Losse-Anrainer mit solch einem Hochwasser zu tun, wie es Tief Axel im Mai bescherte. 

Nach dem Hochwasser vom 21. Mai in Helsa und Kaufungen will der Wasserverband Losse den bisher eingeschlagenen Weg für den Hochwasserschutz entlang der Losse „konsequent weiter verfolgen“, sagt Verbandsvorsteher Arnim Roß.

Soll heißen: Voraussichtlich im Laufe des Jahres 2023 wird das derzeit geplante Hochwasserrückhaltebecken im Lossetal zwischen Eschenstruth und Helsa in Betrieb gehen. „Dieses Becken wird den Schutz vor Hochwasser erheblich verbessern“, sagt Roß. So sei Helsa dann vor Jahrhundert-Fluten ausreichend sicher. Um aber auch in Kaufungen diesen Schutz zu gewährleisten, bedürfe es noch eines zweiten Rückhaltebeckens nahe Kaufungen-Kunstmühle.

Schon im November 2018 war von den Wasserverbandskommunen Kassel, Niestetal, Kaufungen, Helsa und Hessisch Lichtenau der Beschluss gefasst worden, ein Hochwasserschutzbecken zwischen Eschenstruth und Helsa anzulegen. „Nach weiteren Prüfungen haben wir dann im Mai 2019 zwei Büros mit der Erarbeitung der Planfeststellungsunterlagen beauftragt“, sagt Roß. Im Sommer 2020 könnte das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, mit dem Erhalt der Genehmigung sei dann ein Jahr später zu rechnen. „Dann kann es mit dem Bau auch schon losgehen“. Dreh- und Angelpunkt für die Realisierung seien jedoch Fördermittel aus dem Hochwasserschutzprogramm des Landes. „Den Förderantrag werden wir zeitnah stellen“. Roß erwartet rund 9,6 Mio. Euro vom Land, also etwa 80 Prozent der gesamten Baukosten in Höhe von 12 Mio. Euro. „Ohne diese Förderung werden wir nichts ausrichten können“, sagt Roß.

Schon jetzt plant der Wasserverband Losse, die notwendigen Verfahren für das zweite geplante Hochwasserrückhaltebecken bei Kaufungen-Kunstmühle deutlich früher anzustoßen als bislang vorgesehen. „Ideal wäre es, wenn wir die Planung schon dann hinbekämen, wenn das Becken bei Helsa bereits gebaut wird“, sagt Roß. Gespräche mit der Genehmigungsbehörde (RP Kassel) habe es schon gegeben. „Wichtig ist, dass wir bei beiden Projekten förderfähig bleiben“.

Das Hochwasserschutzbecken bei Helsa soll zwischen Waldhof und Hergesbachtal angelegt werden. Es soll eine Einstaufläche von zwölf Hektar haben und rund 582.000 Kubikmeter Wasser fassen können. Das geplante Rückhaltebecken bei Kaufungen wäre mit einem Fassungsvermögen von 504.000 Kubikmetern ähnlich dimensioniert.

HNA Online

Hochwasserschutz in Helsa und Kaufungen: Flutbecken geht 2023 in Betrieb
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